Herbstzeitlose
Roman
Wieser Verlag
ISBN: 978-3-99029-291-4

Das Verhältnis zwischen den beiden war immer ein wenig eigenartig. Bestimmt ist es keins, wo Brüder mitsammen durch Dick und Dünn gehen. Doch ist es, selbst wenn Alfred gelegentlich ein wenig abfällige Bemerkungen über seinen Bruder herausrutschen, kein wirklich schlechtes Verhältnis. Genaugenommen haben die beiden nichts gemeinsam, abgesehen von ihren Eltern.
Nicht auszudenken, lägen Vater und Mutter an verschiedenen Orten begraben; so aber haben die beiden wenigstens ein Grab, an dem sie einander einmal im Jahr treffen können. Da das, wie ihr scheint, mehr oder weniger alles ist, streitet man doch bei solcher Gelegenheit nicht über Blumen. Vielleicht noch über die Chrysanthemen am Grab, die einem von ihnen nicht gefallen, weil er lieber Astern hätte, aber doch nicht über Herbstzeitlose.

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Exil / Front / Widerstand
Das Ende des zweiten Weltkriegs in der österreichischen Literatur
Essay
edition art science, St. Wolfgang 2016
ISBN 978-3-902864-57-4

Im ersten Jahrzehnt nach dem Ende der Nazi-Herrschaft veröffentlichten österreichische Autorinnen und Autoren Werke, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit der jüngsten Vergangenheit auseinandersetzten, nicht zuletzt aufgrund ihrer eigenen unterschiedlichen Schicksale während dieser Zeit. Abgesehen von jenen, die sich freudig und früh oder erst ein wenig verspätet mit der Reichsschrifttumskammer arrangiert hatten, waren die einen eben aus der Emigration heimgekehrt oder verharrten noch unentschlossen im Exil, hatten selbst physisch und psychisch schwer verwundet die Erlebnisse an der Front noch nicht verwunden oder waren an der ›Heimatfront‹ im Widerstand gestanden. So floss in einzelne Werke ganz folgerichtig auch eigenes Erleben ein.
Die Rezeption in Österreich war weniger unterschiedlich. Kaum einer der Romane war wirklich erfolgreich; nicht weil es ihnen an literarischer Qualität gemangelt hätte, vielmehr bestand bei Publikum und Kritik nur wenig Interesse an der Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit. Manche der Werke wurden in den Jahren seither von engagierten kleinen Verlagen neu aufgelegt, viele hingegen gerieten völlig in Vergessenheit, mitunter sehr zu unrecht

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Im Maulwurfshügel
Roman
Bibliothek der Provinz, Wien 2013
ISBN 978-3-99028-221-2

»Kann Lesen zur Sucht werden wie Alkohol oder Opium? Mit Suchtprävention, Entziehungskur? Wenn es so wäre, müsste doch auf die Bucheinbände ein Warnhinweis gedruckt werden: Lesen kann ihre Gesundheit gefährden oder ihr soziales Verhalten beeinträchtigen! Wenden Sie sich vertrauensvoll an ihren Arzt oder Buchhändler. Zumindest in den USA müssten Bücher nach mehreren spektakulären Prozessen gegen Verlage längst durch entsprechende Warnhinweise gekennzeichnet sein.
Da es diese nicht gibt, muss ich mich wohl oder übel als Einzelfall betrachten. – Ist aber Lesen nicht eine Art von Droge? Wo liegt der Unterschied zwischen einem Opiumraucher und einem Leser? Beide entfliehen ihrer konkreten Umgebung und tauchen in eine andere Welt ein, in der Hoffnung, es wäre eine bessere. Eskapismus. Auf den Opiumraucher – ich habe hier zwar keine einschlägigen Erfahrungen – mag es zutreffen, dass er für die Zeit seines Rausches der Realität seines Lebens entfliehen will; ich hingegen kehre gern aus Kakanien wieder in meine Wohnung zurück. Ich möchte nicht mit Ulrich tauschen. Nicht einmal sein kleines Schloss reizt mich, und schon gar nicht der Gedanke, im nächsten Jahr schon in den Krieg ziehen zu müssen, was er jedoch nicht weiß.«

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Ahasver kehrt zurück
Roman
Edition Art Science, Wien – St. Wolfgang 2008
ISBN 978-3-902157-51-5

Ein Israeli, dessen Eltern einst rechtzeitig vor der Okkupation Österreichs durch Nazi-Deutschland aus Wien geflüchtet sind, kommt in die ›Stadt seiner Väter‹. Hier wird er einerseits mit einer Vergangenheit konfrontiert, die in seinem bisherigen Leben kaum eine Rolle gespielt hat, aber auch mit der Fremdsicht auf den Nahostkonflikt. Diesem, wie auch der zunehmenden Radikalisierung der israelischen Gesellschaft ohne Bereitschaft zu einer dauerhaften Lösung wollte er mit seiner Reise nach Wien entkommen, wobei ihm anfangs noch unklar ist, ob er lediglich einer Auszeit bedarf oder der Aufenthalt zur letzten Station seiner Lebensreise würde. Eine späte Liebe scheint ihm die Entscheidung zu erleichtern.

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Neu-Edition
Hasenjagd im Mühlviertel
Roman einer Gegend
Edition Art Science, Wien - St. Wolfgang 2008
ISBN 978-3-902157-40-9

Als im Februar 1945 rund 500 sowjetische Soldaten, vorwiegend Offiziere, aus dem Todesblock des Konzentrationslagers Mauthausen im oberösterreichischen Mühlviertel in der Gewissheit ausbrachen, man würde sie hier das Kriegsende nicht erleben lassen, wurde die gesamte Bevölkerung der Gegend aufgerufen, sich mit der SS an der Jagd auf die Ausbrecher zu beteiligen. Nur allzu viele machten bei der Verfolgung und Ermordung mit, teils begeistert, teils aber auch aus Angst, sie könnten durch Absenz unangenehm auffallen. Ganz wenige übten Menschlichkeit und verbargen Ausbrecher, die die Flucht zu ihnen geführt hatte. Der Roman geht der Frage nach, was Menschen dazu bringt, in einer solchen Situation auf die eine oder andere Weise zu handeln.

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Andreas Kiesewetters Arbeitsjournal
Roman
Bibliothek der Provinz, Weitra 2001
ISBN 3 85252 357 57

Andreas Kiesewetter, dessen erster Roman zum Bestseller wurde, findet, er sollte diesem einen Zweitling folgen lassen. Da er immer wieder gute Ideen hat, aber befürchtet, sie könnten ihm entfallen, bevor er noch dazukommt, sie zu verwerten, engagiert er einen Arbeitslosen, ihm ein Arbeitsjournal zu führen. Zuletzt ist aber dieses Arbeitsjournal, von dessen Schreiber mit einzelnen Kommentaren versehen, das Einzige, was vom Projekt bleibt.

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Schweigegeld
Roman
Bibliothek der Provinz, Weitra 1997
ISBN 3 85252 163 7

Ein Beamter des irakischen Verteidigungsministeriums wird nach Wien geschickt, um vom Eigentümer einer Chemiefabrik, die Komponenten zur Produktion von Giftgas in den Irak Saddam Husseins geliefert hat, nun aber nicht auf einschlägigen schwarzen Listen aufscheinen will, Schweigegeld abzuholen. Bevor er jedoch das Land wieder verlassen hat, wird der Unternehmer ermordet. Da der Iraki befürchtet, er könnte der Verdächtige sein, nach dem die Polizei sucht, sieht er sich plötzlich in einem fremden Land auf der Flucht.

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Hasenjagd im Mühlviertel
Roman einer Gegend
Bibliothek der Provinz, Weitra 1995
ISBN 3-85252-072-X

Als im Februar 1945 rund 500 sowjetische Soldaten, vorwiegend Offiziere, aus dem Todesblock des Konzentrationslagers Mauthausen im oberösterreichischen Mühlviertel in der Gewissheit ausbrachen, man würde sie hier das Kriegsende nicht erleben lassen, wurde die gesamte Bevölkerung der Gegend aufgerufen, sich mit der SS an der Jagd auf die Ausbrecher zu beteiligen. Nur allzu viele machten bei der Verfolgung und Ermordung mit, teils begeistert, teils aber auch aus Angst, sie könnten durch Absenz unangenehm auffallen. Ganz wenige übten Menschlichkeit und verbargen Ausbrecher, die die Flucht zu ihnen geführt hatte. Der Roman geht der Frage nach, was Menschen dazu bringt, in einer solchen Situation auf die eine oder andere Weise zu handeln.

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